Presseberichte
Die Presse:
Himmel und Hölle im Café
Gerhard Bronner und Günther Nenning sprachen im Café de l’Europe
am graben vor Publikum über Religion: eine Strategie der „Stadtmission“,
Gott zum Thema zu machen.
Wien (ko). Schummriges Licht. Zurückhaltendes Klavier. Es
riecht nach Klavier und Zigaretten. 50 Leute dichtgedrängt
im ersten Stock des Café de l’Europe am Graben. Und mittendrin
: Gerhard Bronner und Günther Nenning. Zwei „alte Spezis“
sind am Donnerstag abend gekommen, um eine Stunde über Gott
und die Welt zu diskutieren.
„Ich bin, fast würde ich sagen, ein orthodoxer Atheist“,
bekennt Bronner. Er habe sein leben lang nicht an Gott glauben
können. Doch: „Wenn einer die Religion braucht, soll er sie
haben.“ Er nehme auch einem Gehbehinderten die Krücke nicht
weg.
Günther Nenning, der Widerpart. Ein „selbstgestrickter Christ“,
wie er sich bezeichnet. Was ihn am Christentum fasziniert:
Daß alles so simpel ist. „Der Sinn des Lebens ist es, in den
Himmel zu kommen.“ Ganz einfach.
Das Streitgespräch ist von der Kirche organisiert worden.
Es ist eine der Aktionen, die im Rahmen der „Stadtmission“
in Wien im Laufe des kommenden Jahres stattfinden. Das Ziel:
Religion soll in dieser Stadt, in der der Katholikenanteil
bereits unter die 50-Prozent-Marke gerutscht ist, zum Thema
werden. Im Kaffeehaus, auf neutralem Boden. Gegnerische Ansichten
sollen aufeinander treffen.
Ganz im Sinne Nennings: die Atheisten seien der notwendige
„Stachel im Fleisch des Christentums“. Bronner kontert: „Dass
du die Religion mit Bausch und Bogen schluckst, tut mir ein
bisserl weh. Dazu bist du viel zu gescheit.“
Mit freundlicher Genehmigung von: Die Presse
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Dialog
Im Dialog kann man folgendes über die Stadtmission lesen:
http://www.dialog.at/d200209/stadtmission.html
http://www.dialog.at/d200205/inwienbeganns.html
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Kathpress
Wenn es im Kaffeehaus um "Gott und die Welt" geht
Wien: Gerhard Bronner und Günther Nenning kreuzten beim ersten
"Cafe-Talk" der Gemeinschaft "Emmanuel" in Vorbereitung auf
die große "Stadtmission" die Klingen=
Wien, 4.11.02 (KAP) Mit der Gretchenfrage "Wie hältst Du's
mit der Religion?" haben sich der Kabarettist und Komponist
Gerhard Bronner und der Publizist Günther Nenning am Vorabend
des Allerheiligentages in einem Wiener Cafe am Graben auseinander
gesetzt. Mit solchen "Kaffeehausgesprächen" (Cafe-Talks),
bei denen auch das Publikum mitmachen kann, möchte die Gemeinschaft
"Emmanuel" auf die große Stadtmission Ende Mai 2003 neugierig
machen. Mit den Kaffeehausgesprächen möchte "Emmanuel" Gott
und Religion im "beschleunigen Alltag der Großstadtmenschen"
zum Thema zu machen. "Wir möchten mit den Menschen in Kaffeehäusern
über Gott und die Welt ins Gespräch kommen", meinte Otto Neubauer,
Leiter der von "Emmanuel" getragenen Internationalen Akademie
für Evangelisation in Wien.
Der in Wien geborene und in Amerika lebende Bronner betonte,
dass er Religion respektiert und dass jeder Mensch, der Religion
als eine Art Krücke braucht, um durchs Leben zu gehen, frei
sein sollte, eine solche Krücke zu haben. In seiner kabarettistischen
Zeitung habe er zwei "Tabus" nie angerührt: "Religion" und
"Demokratie". Bronner persönlich deklarierte sich als überzeugter
Atheist; er glaube an die Musik und an die Schönheit, zum
Beispiel an Beethovens "Missa solemnis". Günther Nenning konterte,
dass Gott die Schönheit sei. Auf den Einwurf Bronners, dass
es in der Bibel viele unwissenschaftliche Angaben gibt, antwortete
Nenning, er suche in der Religion nicht Wissen. Er glaube
einfach an Gott und an die Bibel und der Sinn seines Lebens
sei, in den Himmel zu kommen. Die Religion bedeute für ihn
nicht eine "Krücke", sondern "Flügel". Nenning skizzierte
seinen Werdegang: Als überzeugter Sozialdemokrat und nichtpraktizierender
evangelischer Christ wurde er Mitte der sechziger Jahre vom
Vater des jetzigen SP-Klubobmanns Josef Cap zu einem "Cursillo"
eingeladen. Dort fiel die Entscheidung; Nenning wurde katholisch.
Es folgten noch manche Umwege, bis er auch in seiner Lebensführung
die Konsequenzen zog: "Ich habe lange gebraucht, bis ich monogam
wurde, aber jetzt bin ich seit 20 Jahren glücklich". Nennings
Resumee nach vielen Jahrzehnten an der vordersten Front der
geistigen Auseinandersetzung: "Ohne den lieben Gott lauft
nix".
Für Bronner, der als Nichtglaubender doch auch einen jüdischen
Gottesdienst komponiert hat, besteht der Sinn seines Lebens
vor allem darin, verhältnismäßig angenehm zu leben, ohne den
Anderen wehzutun. Für ihn ist die Religion an den Kriegen
in Vergangenheit und Gegenwart schuld: "Meine These ist, dass
Gott von den Menschen als eine Art Polizei erfunden wurde,
die die Gesellschaft organisieren sollte". Ihm ginge der Anspruch
aller Religionen, die einzige Wahrheit zu besitzen, sehr auf
die Nerven. Er habe als Jude den Holocaust überlebt und die
"Gnade des Vergessens" erfahren, um weiter leben zu können.
Nenning meinte dazu, dass Gnade immer vom Gott kommt, ob wir
diese Tatsache wahrhaben wollen oder nicht. Im übrigen meinte
der Publizist, der bei der Diskussion durchaus die alte "Club
2"-Verve erkennen ließ, Atheisten seien "der notwendige Stachel
im Fleisch des Christentums".
Ein eifriger Teilnehmer in der Diskussion war der 13-jährige
Johannes, der zusammen mit seinen Ministranten-Freunden von
der Dompfarre St. Stephan beim "Cafe-Talk" mitmachte. Die
Jugendlichen wollten, statt den US-Import "Halloween" zu feiern,
"den Vorabend von Allerheiligen auf eine christliche Weise
verbringen". Naturgemäß zog Gerhard Bronner, der den Part
des Skeptikers und Zweiflers übernommen hatte, die meisten
Fragen auf sich. "Warum sind Sie überhaupt gekommen, um über
Gott zu reden?", meinte eine Besucherin. "Weil ich eingeladen
wurde", lautete die knappe Antwort des 80-jährigen Kabarettisten
und Komponisten. Der Rest des Publikums unterstützte Bronners
Auffassung, dass jeder Mensch das Recht hat, über Gott zu
reden, auch wenn er nicht gerade ein Gläubiger ist.
Mit freundlicher Genehmigung von: kathpress - Katholische Presseagentur
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Kath.net
25. November 2002
Kardinal Schönborn ruft Jugend zur kirchlichen Erneuerung
auf
Hunderte Jugendliche bei Weltjugendtagsnachtreffen in Wien
Lichterprozession durch die Fußgängerzone und Gottesdienst
in der Karlskirche
Zum Einsatz für die kirchliche Erneuerung hat Kardinal Christoph
Schönborn hunderte Jugendlichen aufgerufen, die in der Wiener
Karlskirche am Abschlussgottesdienst eines Weltjugendtagsnachtreffen
teilnahmen. Er sei zunächst skeptisch gewesen, ob die prächtige
barocke Karlskirche der richtige Ort für einen Jugendgottesdienst
ist, sagte der Kardinal. Aber gerade dieses dem heiligen Carlo
Borromeo, dem großen Vorkämpfer der katholischen Reform im
Mailand des 16. Jahrhundert, geweihte Gotteshaus sei der richtige
Platz, "die Erneuerung der Kirche zu erbitten". Das Hinausgehen
zu den Menschen, "auch zu den Drogensüchtigen, die in der
U-Bahn-Station Karlsplatz in den Fängen des Todes sind", die
Vertiefung des Glaubens, ein "neues kräftiges Priesterseminar"
bezeichnete Kardinal Schönborn als Eckpunkte der kirchlichen
Erneuerung in Wien.
Die Jugendlichen waren vor dem Gottesdienst in einer Lichterprozession
vom Stephansplatz durch die Kärntner Straße und das U-Bahn-Bauwerk
Karlsplatz zur Karlskirche gezogen. Die Veranstaltung stand
unter dem Generalthema "Ihr seid das Licht der Welt". Die
Jugendlichen orientierten sich an der Aussage Papst Johannes
Pauls II. im Downsview Park von Toronto: "Die heutige Welt
braucht Zeugen der Liebe Gottes. Sie braucht euch, damit ihr
Salz der Erde und Licht der Welt seid".
Mit freundlicher Genehmigung von http://www.kath.net/ (Katholische NetZeitung)
05. November 2002
Günther Nenning & Gerhard Bronner über Himmel, Gott und
Welt
Eine Doppelconference in Vorbereitung auf die Stadtmission
2003 fand in einem Wiener Kaffeehaus statt.
"Orthodoxer Atheist" nennt sich der eine. "In den Himmel
kommen", ist für den anderen das Lebensziel. Mit der österreichischen
Kabarett-Legende Gerhard Bronner und dem Publizisten Günter
Nenning trafen in einem Wiener Kaffeehaus zwei österreichische
Institutionen aufeinander, die in durchaus unterhaltsamer
Weise auf zentrale Fragen des Lebens zu sprechen kamen. Einig
waren sich die beiden Herren darin, "dass der Glaube dort
beginnt, wo das Wissen endet". Allerdings ist für Gerhard
Bronner der Glaube eine Krücke, die er jedem gönnt, der sie
nötig hat. Was den Publizisten Nenning zu einem seiner üblichen
launigen Kommentare reizte: "I bin a Behinderter, ich brauch
die Krücken, die eigentlich Flügerln sind."
Auf die Frage, wie Günther Nenning - "Ich bin ein alter Sozi"
- zum katholischen Glauben gekommen sei, erzählte er, dass
er zur Zeit des Konzils häufig in der katholischen Wochenzeitung
"Die Furche" Artikel über die Kirche und warum man als Sozialist
ein Christ sein könne, geschrieben habe. Woraufhin ihm ein
einfacher Mann - im Übrigen der Vater von SPÖ-Klubobmann Josef
Cap - einen seiner Artikel unter die Nase gehalten habe und
meinte:" Ich glaube, Sie wollen in die Kirche!" Ein Satz,
der ihm umpolte. Oder wie Günter Nenning meint: "Dieser so
genannte einfache Mensch hat mich umgehaut. Er hat das gemacht,
was sich die gebildeten Katholiken nicht getraut haben."
Neben dem Himmel und dem "lieben Gott" kamen natürlich auch
andere heiße Eisen zur Sprache wie etwa die Zerrüttung vieler
Ehen. Auf Bronners Frage "Wo ist denn der liebe Gott bei der
Scheidung?" meinte Nenning: "Na, der kränkt sich!" Auch sehr
ernste Themen blieben nicht ausgespart: Gerhard Bronner bekannte,
dass das wichtigste Ereignis in seinem Leben gewesen sei,
dass er, wie durch ein Wunder, den Holocaust überlebte. Er
schloss den heiter-nachdenklich-besinnlichen Allerheiligen-Vorabend
mit den an Nenning gerichteten Worten: "Du wirst aus mir noch
einen gottgläubigen Menschen machen, wenn wir noch lange reden."
Der "Talk im Café" wurde in Vorbereitung auf den "Internationalen
Kongress für eine Neue Evangelisation" im Mai 2003 abgehalten.
Mit Wien, Paris, Lissabon und Brüssel haben sich vier Weltstädte
zur Mission in den Großstädten zusammengeschlossen. Am 4.
Mai 2002 wurde in Wien mit den Initiatoren - den Kardinälen
Christoph Schönborn (Wien), Jean-Marie Lustiger (Paris), José
da Cruz Policarpo (Lissabon) und Godfried Danneels (Brüssel)
- der Auftakt gefeiert. Ziele der Stadtmission sind eine Zusammenarbeit
der Großstädte in der Mission, eine Ermutigung der Großstadtpfarren,
auf alle Menschen zuzugehen, Möglichkeiten der Begegnung zu
schaffen und das Gespräch über die wesentlichen Fragen des
Lebens neu zu entfachen.
Mit freundlicher Genehmigung von http://www.kath.net/ (Katholische NetZeitung)
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WienerKirchenZeitung
Wiener KirchenZeitung, 3. 11. 2002
"Mission im11ten "
Um Information und Ermutigung drehte sich alles bei der "Missionswerkstatt
in Neusimmering in Vorbereitung der Stadtmission 2003. Was
damals fehlte, war das harsche "Nur zur Messe! der Dom-Aufseher,
das bisweilen sogar Unerschütterliche abhält, weiter ins Innere
des Stephansdomes vorzudringen. Dafür waren das Riesentor, ja,
alle Gitter weit offen, und es gab viele Kerzen. Und das Allerheiligste
am Hochaltar. Und musikalische Live-Untermalung. Es gab eine
"Worry-Box für die Sorgen und eine mutmachende "Joy-Box mit
Bibelstellen. Bewegt erzählt Benedikt Michal (Dompfarre St.
Stephan) von "damals von der "offenen Kirche im Rahmen der
Stadtmission 2000.
Staunend hören an diesem Abend des 23. Oktober an die 50 Versammelte
bei der "Missionswerkstatt im Pfarrsaal Neusimmering (Wien 11),
was so alles möglich ist bei einer Stadtmission.
Sie nicken zustimmend, als Otto Neubauer, Österreich-Leiter
der "Gemeinschaft Emmanuel , erzählt, was die Stadtmission 2003
sein soll und sein will: "Eine Ermutigung zur Verkündigung .
Bestehend aus einem "Austausch von Erfahrungen (genannt "Kongress
, vom 23. Mai bis 1. Juni) und konkretem "Tun (die eigentliche
"Stadtmission ).
"Mission mit "Herz "
Es geht nicht darum, flammende Reden am Stephansplatz zu halten
, zerstreut Maja Schanovsky Ängste vor dem Thema "Straßenevangelisation
. Schanovsky nahm in St. Stephan und in St. Johann Nepomuk
(Wien 2) an der "Mission teil. In St. Johann Nepomuk wurden
"Kekse in Herz-Form gebacken, eingepackt in Sackerl mit einem
Bibelwort . Mit der Frage "Darf ich Ihnen ein Herz schenken
hat nicht nur Schanovsky "viele auf dem Weg zur U-Bahn überrascht
: "Auch die Reaktionen waren sehr positiv.
Diese "Missions-Werkstatt war laut Pfarrer Wolfgang Fürtinger
(Neusimmering) "für viele Pfarrmitglieder eine Ermutigung,
nach außen zu gehen . Gefallen haben ihm jene Impulse, "mit
denen man unkompliziert und konkret an die Menschen herankommen
kann , etwa das Krippen-Apostolat oder die "Offene Kirche
mit Anbetung . Marion Kössner kann sich vorstellen, "bei der
U-Bahn-Station etwas zu verteilen . Sie setzt darauf, "dass
Menschen ihre Anliegen in die Kirche bringen können . Kössner:
"Die Menschen suchen Heilung, wir müssen mehr darauf aufmerksam
machen, welche Angebote es schon bei uns in der Kirche gibt.
"Offen für viele Dinge ist auch Edeltraud Gindl. Wie viele
andere wäre sie bereit, in der U-Bahn-Station vor der Kirche
"mit den Leuten zu sprechen . Sie hofft, dass sich Neusimmering
bei der Stadtmission stark einbringt, denn: "Die Motivation
ist da ... Dies bestätigt auch der Stv.
PGR-Vorsitzende Johann Glaser, der von der "Offenen Kirche
(großes Tor öffnen, Kerzen beim Eingang verteilen) sehr angetan
ist. Die Art und Weise der Beteiligung werde im Pfarrgemeinderat
noch besprochen: "Wahrscheinlich werden es Aktivitäten im
Zusammenhang mit der offenen Kirche sowie Veranstaltungen
am Enkplatz vor der Kirche sein.
Stefan Kronthaler
Wiener KirchenZeitung, 17. 11. 2002
"Mission ist kein Hobby"
Biblisch grundgelegt, historisch belastet, seit dem Konzil
wieder entdeckt: "Mission . Mehr als 100 kamen zum Studientag
"Mission in Wien?! "Es ist gut, theologisch richtig und unverzichtbar,
von ,Mission in WienŒ zu reden. Denn ohne Mission wäre auch
die Kirche in Wien als Kirche Jesu Christi nicht mehr lebensfähig
und glaubwürdig. An diesen Grundsatz für die "Stadtmission
2003 erinnerte der Innsbrucker Pastoraltheologe Univ.-Prof.
Franz Weber am 8. November beim Studientag "Mission in Wien?!
, zu dem die Katholische Aktion und der Ausschuss Großstadtpastoral
im Vikariat Wien-Stadt ins Wiener BAWAG-Veranstaltungszentrum
eingeladen hatten. Während das "Dass der Mission seit urchristlichen
Zeiten "nie grundsätzlich zur Frage stand, wurde um ihr ,WieŒ
immer wieder gestritten und mühevoll gerungen , unterstrich
Weber.
"Kein Auslaufmodell"
Nach Paul VI. (Apostolisches Schreiben "Evangelii nuntiandi
) gehe es bei Mission darum, "mit vitaler Kraft in der Tiefe
und bis zu den Wurzeln die Kultur und die Kulturen des Menschen
zu evangelisieren , betonte Weber, der als Comboni-Missionar
neun Jahre in Brasilien gewirkt hatte. Seine "Erfahrung :
"Eine Kirche, die nicht am Leben bleibt, bleibt nicht am Leben.
Mission sei "keineswegs ein hoffnungsloser Auslaufbetrieb
: Mission bedeute in Tausenden von Diözesen "nichts anderes
als die selbstverständliche Weitergabe des christlichen Glaubens,
durch die immer wieder neue kleine Gemeinden entstehen. Evangelisierung
ziele "auf eine Erneuerung aus der Taufe und einem Leben nach
dem Evangelium , sagte Weber. Es sei die Kraft der Frohbotschaft,
"die das Bewusstsein und Engagement von Menschen umwandelt
und von dort her auch die Gesellschaft verändert . In Sachen
Missionstheologie sei "das Lehramt der Kirchenbasis voraus
, betonte der Missionstheologe und zitierte u. a. das Apostolische
Schreiben "Tertio Millennio Adveniente : "Mit dem Zusammenbruch
großer antichristlicher Systeme auf dem europäischen Kontinent,
zunächst des Nationalsozialismus und dann des Kommunismus,
erscheint die Aufgabe dringend nötig, den Männern und Frauen
Europas erneut die befreiende Botschaft des Evangeliums anzubieten.
"Beherzt und mit Mut
In seinem die alt- und neutestamentliche Heilsgeschichte umfassenden
Referat über "Gott, die Kirche und die Völker. Zur Grundlegung
der Mission in der Bibel erinnerte Prof. P. Gottfried Vanoni
SVD (St. Gabriel) an Gott, "der das Heil will . Aufgabe der
Christen sei es, Altes und Neues Testament ganz zu lesen und
im Sinne des ersten Petrusbriefes (3,15) "aufzufallen , durch
das Bemühen, "die Weisung Gottes zu leben.
Für Kardinal Christoph Schönborn beinhaltet "Mission ein "Beheimaten
wie auch ein "Hinausgehen : "Beherzt, überlegt und mit Mut
sollte an die Wiener Stadtmission herangegangen werden.
Bischofsvikar Karl Rühringers Resümee im Gespräch mit der
KirchenZeitung: "Wir haben den Begriff ,MissionŒ zu lange
reserviert für die Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas.
Ein aus den Quellen der Bibel kommender Missionsbegriff, der
befreit ist vom Ballast und den Schatten der Geschichte, erscheint
in einer neuen Klarheit. Jede Zeit, jede Generation, jede
Gesellschaft müsse sich "neu entscheiden, wovon und wofür
sie leben will , betonte der Bischofsvikar, "und deshalb muss
das Evangelium immer wieder neu den Menschen gebracht werden.
Rühringer: "Der Konsens unter den Zuhörern des Studientages
war allgemein: Es ist an der Zeit, wir müssen ,auf Sendung
gehenŒ, die Reichweite muss weit über den innerkirchlichen
Rand hinausgehen. Der Ursprungsimpuls für Mission sei "eine
zutiefst persönliche Begegnung mit der Person Jesu Christi
. Rühringer: "Mission kann nicht das ,HobbyŒ einiger weniger,
besonders Eifriger sein, sondern bedeutet, seine Berufung
durch Taufe und Firmung zu verwirklichen.
Stefan Kronthaler
Wiener KirchenZeitung, 49, 8. 12. 2002 Neusimmeringer
"Novemberlicht"
Seit Mitte November läuft in der Pfarre Neusimmering (Wien
11) die Aktion "Novemberlicht . Mitglieder der Pfarrgemeinde
verteilen in den Nachmittags- und Abendstunden Teelichter
mit Bibelsprüchen und einen Pfarrfolder an die Passanten vor
der Kirche am Enkplatz, bei den Abgängen zur U-Bahn und in
Geschäften entlang der Simmeringer Hauptstraße. Die ermutigenden
Erfahrungen dieser Aktion: Die Kerzen werden von fast allen
Menschen mit Freude angenommen, teilweise mit Überraschung,
und es kommt auch zu kurzen Gesprächen. Foto: Pfarre Wiener
KirchenZeitung, 15. 12. 2002
Ob im Pflegeheim oder im Krankenhaus, ob vor der Hofburg oder
im "Bermuda-Dreieck : Die mobile "Adventkrippe der Gemeinschaft
"Emmanuel bringt in Wien die Botschaft von Weihnachten zu
den Menschen der Stadt.
Zwischen Bar & Beisl "Überraschend viele sind zur Krippe und
auch in die Ruprechtskirche zur Anbetung gekommen , erzählt
Otto Neubauer, Österreich-Leiter der Gemeinschaft "Emmanuel
. Am Samstagabend (7. Dezember) wagte sich die "Krippe on
tour ins "Bermuda-Dreieck nahe der Ruprechtskirche in der
Wiener Innenstadt.
Studentinnen und Studenten der "Internationalen Akademie für
Evangelisation machen mit der "Adventkrippe Station an unterschiedlichen
Orten: im Obdachlosenheim genauso wie vor der Hofburg, im
Alten- und Pflegeheim wie in der "Lugner City . "Wir zeigen
mit der Krippe, dass Gott zu Arm und Reich kommt , sagt Neubauer
über die unterschiedlichen Einsatzorte: "Gott ist Mensch geworden,
Gott ist bei, mit jedem ...
"Wünsche ans Christkind"
Die "lebende Adventkrippe regt zu Gesprächen an. Neubauer:
"Auffallend viele Jugendliche haben ein Bedürfnis zu reden,
oft packen sie ihre Riesennöte aus. Aufmerksam werden die
Menschen durch die Krippe, aber auch durch die Einladung,
"einen Wunsch ans Christkind zu schreiben . Diese "Wünsche
und auch Gebetszettel können in die Strohkrippe gelegt werden.
"Maria bietet dann jedem ein Schriftwort an. Zur "Adventkrippe
eingeladen wurde auch in den Lokalen im "Bermuda-Dreieck ,
als Geschenk gab es "das Weihnachtsevangelium auf einer Rolle
. Zur Präsenz an einem öffentlichen Ort wie dem "Bermuda-Dreieck
gehört auch die Erfahrung von Rempelei und Beschimpfung. Sie
kann laut Neubauer eines nicht trüben: "Die unerwartete positive
Reaktion so vieler ...
Stefan Kronthaler
Wiener Kirchenzeitung, 22. 12. 02
Von heutiger Herbergsuche Liebe Leserinnen und Leser unserer
Wiener KirchenZeitung!
Mariahilferstraße am "Einkaufssamstag³ vor dem 3. Adventsonntag:
Nahe der Mariahilferkirche, auf der Straße, die heute Fußgängerzone
ist, steht eine Holzhütte. Ein Stern weist darauf hin, dass
es eine Krippe ist. Junge Leute, Studenten der "Evangelisierungs-Akademie³
der Gemeinschaft "Emmanuel³, die seit vergangenem Jahr in
der Schenkenstraße im 1. Bezirk untergebracht ist, sprechen
Passanten an, laden sie ein, dem Christkind einen persönlichen
Wunsch in die Krippe zu legen, sich ein Bibelwort zu ziehen
aus der Schachtel vor der Krippe.
Es ist ein unentwegter Menschenstrom, der sich durch die
Hauptverkaufsstraße Wiens wälzt, viele in Eile, mit Säcken
und Packen voll Geschenken beladen, manche gemächlicher, auf
Einkaufs- oder einfach "Advent³-Bummel. Erstaunlich viele
lassen sich ansprechen, bleiben stehen, schreiben auf die
angebotenen Zettel ein paar Worte ihres Wunsches. Manche bleiben
länger, kommen ins Gespräch.
Ich habe mich unter die jungen Leute begeben und fange selber
an, Menschen anzusprechen, anfangs, ich gebe es zu, etwas
scheu und zögerlich, dann, ermutigt durch die ersten Erfahrungen,
direkter. Einige dichte, kurze Begegnungen, manche erkennen
den Erzbischof, andere hasten vorbei, verlangsamen den Schritt,
schauen hinein in die Krippenhütte, sehen eine lebende, schwangere
Maria, einen jungen hl. Josef, und eine Krippe, in der noch
kein Jesulein liegt, aber immer mehr Bitt- zettel. Als wir
dann um 18.30 Uhr in der Pfarre Mariahilf, in der so gute
Initiativen zur Großstadtpastoral wachsen, schlicht die Abendmesse
feiern, steht das Kripperl vor dem Altar, überquellend von
Zetteln:
die vielen Bitten, die Passanten in einem Moment des Innehaltens
hineingelegt haben in das offene Herz Gottes, der auf seine
Kinder wartet, der ihnen selber als kleines Kind entgegenkommt:
im Christuskind.
Dankbar bin ich für die Glaubensfrische dieser jungen Leute,
die ansteckend wirkt: für mich mitten im kalten Winter ein
Licht der Hoffnung, dass die Stadtmission viel Segen bringen
wird und dass wir hinausgehen sollen, auf die Straßen und
Plätze, oder warum nicht? in die Shoppingcenter.
Drei Stunden davor stand diese Krippe mitten im Zentrum
der Lugner City, unter den tausenden Einkäufern. Auch dort:
Viele schreiben eine Bitte ans Christkind. Über die Lautsprecher
dürfen die jungen "Missionare³ ihre Lieder in alle 72 Geschäfte
der City verbreiten, und auch mein "Interview³, was mir Weihnachten
und das Christkind bedeuten. Man mag Anstoß daran nehmen,
dass ich mitten im "Einkaufstempel³ auf Einladung Richard
Lugners die Kinder gesegnet habe, die da zur Krippe kamen.
"Öffnet die Tore für Christus³: Das Motto der Stadtmission
traf hier zu: Das Christus-Kind fand in der von uns so gerne
kritisierten Einkaufswelt Einlass.
Mich haben diese Stunden in der Lugner City und auf der
Mariahilferstraße freudig und nachdenklich zugleich gestimmt:
Viele, viele Menschen sind heute auf seelischer Herbergsuche.
Öffnen wir ihnen die Türen unserer Herzen! Öffnen wir die
Tore unserer Kirchen! Meine Lieben, ich sage es als inständige
Bitte: Christus wartet nicht nur in der Krippe, er ist auch
im Tabernakel bei uns. Es darf doch nicht sein, dass wir den
Herberg suchenden Menschen unserer Zeit die Kirchentüre verschließen!
Das ist wieder einmal
mein
"Christkindl³-Wunsch!
Dass Christus in unseren Herzen Herberge finde, das wünscht
Ihnen allen zu diesem Weihnachtsfest Ihr Christoph Kardinal
Schönborn
Wiener Kirchenzeitung, 5. 1. 03
(Seite 15) 137, 136, 135 ... Tage: der Countdown läuft Der
Beginn der Wiener Stadtmission rückt näher. Was die Pfarren
vor und während der Zeit vom 23. Mai bis 1. Juni tun werden
und wie sie um die Form der Teilnahme ringen: Am Beispiel
der Pfarre Allerheiligste Dreifaltigkeit (Wien 10) und des
Dekanats 12.
"Unsicher, ob wir uns nicht vielleicht doch übernommen haben,
und stolz, dass so viel Engagement für etwas Ungewohntes möglich
ist³: So bringt Eva Maria Dobias, Leiterin des "AK Verkündigung³
und seit kurzem auch des Missionsteams der Pfarre Allerheiligste
Dreifaltigkeit (Wien 10), ihre Gefühle im Hinblick auf die
Stadtmission auf den Punkt.
Nach den Informationen via Dekanatskonferenz, Pfarrgemeinderat
und "Arbeitskreis Verkündigung³ gab letztlich die Vorbereitung
der PGR-Klausur die Richtung an. "Die Stadtmission wurde zum
Thema gemacht³, sagt Dobias: "Kein Wunder, bei Steyler Missionaren
in der Pfarre.³ Beim PGR-Klausurtag schaffte es ein Mitarbeiter
der Stadtmission, "eine Gruppe von 10 skeptischen und 5 auch
nicht ganz überzeugten Frauen und Männern zum Nachdenken zu
bewegen, wo Jesus heute in unserer Pfarre hingehen, essen,
schlafen und seine Botschaft verkünden würde³. Dobias: "Sehr
bald merkten wir die Tragweite unserer Antworten, und es gab
so manchen Tipp: ,Pass auf, sonst müssen wir da auch noch
hingehen!Œ³
Am zweiten Tag fanden sich dann aber schnell Interessierte
für einige Aktionen, zählt Dobias auf: "Grätzlmission (im
Hof oder in einer Wohnhausanlage soll mit Hilfe von Missionaren
,mehr als ein FestŒ stattfinden), ,Offene KircheŒ (zwei Nachmittage
mit weit geöffneten Kirchentüren, gestalteten Zeiten, Kerzen,
Joy-Worry-Box und vor dem Kircheneingang Diskussionsgelegenheit
an Partytischen), ,Festmahl für alleŒ, die Klostervolksschule
geht in die Favoritner Fußgängerzone, Empfangszelt zu Gesprächen
...³ Das neu gebildete pfarrliche "Missions-Team³ lässt sich
bei der nächsten Besprechung wieder von Martin Fenkart (Gemeinschaft
"Emmanuel³) beraten, erzählt Dobias: "Dann schauen wir auch
über die Pfarrgrenzen hinaus ... ³
Dekanat 12 macht mit
Diesen Blick hat das Wiener Stadtdekanat 12 bereits getan.
"Die Entscheidung für einige Pfarren ist schon gefallen, und
,Stadtmission, Dekanat MeidlingŒ wird am 24. Mai von 14 bis
17 Uhr am Meidlinger Platzl stattfinden³, berichtet Gabriele
Zeiner, Stv. PGR-Vorsitzende der Pfarre Gatterhölzl. Nachdem
Dechant Hans Bensdorp den Bericht aus der Dechantenkonferenz
gebracht hatte, "stellten wir im Gespräch fest, dass der Zeitpunkt
der Stadtmission auf eine sehr arbeitsintensive Zeit der Pfarren
fällt³. Zeiner: "Es war uns aber ein Anliegen, trotzdem etwas
im Sinne der Stadtmission zu tun. Da hat sich die Pfarre Gatterhölzl
bereit erklärt, die Organisation für das Dekanat zu übernehmen.³
Bislang gab es einige Treffen einer Dekanatskommission, demnächst
werden die Caritas-, Liturgie-, Öffentlichkeits- und Ökumene-Verantwortlichen
zusammenkommen und die Gestaltung der vier Zelte übernehmen.
Einige Pfarren des Dekanates stellen sich am 24. Mai vor,
weiß Zeiner:
"Chöre (Kinder-, Jugend- und Kirchenchöre) der einzelnen Gemeinden
werden auftreten. Es soll ein Kinderprogramm geben, Erfrischungen
und Gespräche werden angeboten ...³ Zeiner: "In vier Zelten
erläutern vier Themen das Wesen der Kirche: Verkündigung
Wort, Caritas Gerechtigkeit, Liturgie Feier und Ökumene
Gespräch unter Religionen. Das sollte Anstoß zu tieferen
Gesprächen geben ...³
Stefan Kronthaler
Wiener Kirchenzeitung, 12. 1. 03
(Seite 15) Offensiv rund um die Brünnerstraße Auch jenseits
der Donau in Wien-Floridsdorf bereiten sich Pfarren auf
die Stadtmission vor. Beispielsweise "Cyrill und Method³ und
"Maria Himmelfahrt/ Nordrandsiedlung³. "Was, ihr wollt zu
uns kommen?³ Mit diesem Erstaunen sind manche in der Pfarre
"Cyrill und Method³ (Wien 21) konfrontiert, wenn sie einen
Haus(Kranken)-besuch und Tauf- oder Ehegespräche zu Hause
anbieten. "Genau diese Reaktion sollte uns eigentlich zutiefst
erschrecken³, sagt Dr. Ernst W. Müllner (Pfarre "Cyrill und
Method³): "Haben wir als Gläubige schon so sehr den Eindruck
verfestigt, uns nur noch in unserer eigenen Gemeinschaft ,einzukuschelnŒ
und nicht mehr zu tun, was unser ureigenster Auftrag ist,
das Wort des Lebens hinauszutragen, durch Beispiel, Verkündigung
und wenn nötig auch Bekenntnis?³
Diese Überlegung hat u. a. 2002 dazu geführt, dass die Fronleichnamsprozession
in der jungen Pfarre an der Brünnerstraße "bewusst auffällig
und auch lautstark³ gestaltet wurde. "Wir wollten erkennbar
sein, Glauben auch nach außen demonstrieren, darauf angesprochen
werden³, erzählt der Molekularbiologe. Noch wird diskutiert
und geplant, aber es ist klar, "dass wir uns an der Stadtmission
beteiligen wollen und werden³. Müllner: "Wir haben vor, Menschen
bei Informationsständen (platziert an belebten Orten wie Spielplatz
oder Einkaufszentrum) oder Jogger und Radfahrer beim Marchfeldkanal
anzusprechen.³ Wenn es gelingt, im Gespräch ein Anliegen zu
finden, "dann könnte der Weg in die nahe Kirche führen, einladend
geöffnet und von Betern belebt, wo man gemeinsam eine Kerze
entzündet ...³
Nach außen verkünden
Die Sehnsucht vieler, die Pfarre Maria
Himmelfahrt / Nordrandsiedlung lebendig zu halten, zu festigen
und auszubauen³, ist für Theresia Gauß vom "Arbeitskreis für
Glaubensverkündigung³ ein wichtiger Impuls: "Nach der PGR-Wahl
wurde ein ,Arbeitskreis für FernstehendeŒ eingerichtet.³ Damit
tauchten auch viele Fragen auf: "Ferne und Nähe wer kann
das feststellen? Erleben wir ,FerneŒ nicht auch bei uns? An
wen richten wir uns?³ So wurde deutlich, dass es "um Glaubensverkündigung
auch außerhalb der Kirche³ geht. Das hat dem Arbeitskreis
den Namen "AK für Glaubensverkündigung³ gegeben. In der Zielsetzung
der Stadtmission "Alle Menschen ansprechen³ und "Glaubenserneuerung³
ist ausgedrückt, "wonach wir gesucht haben³, betont Gauß:
"Bei einer Bestandsaufnahme anlässlich unserer geplanten Beteiligung
bei der Stadtmission hat es uns gestärkt zu sehen, dass schon
etwas da ist, worauf wir aufbauen können (Beratung von Austrittswilligen,
Grüß Gott-Aktion...). Es hat uns ermutigt, über neue Möglichkeiten
nachzudenken.³ Die "Grüß-Gott-Aktion³ wird wieder aufgenommen,
auch ist eine Veranstaltung bei der S-Bahn-Station in Planung.
Gauß: "Es gibt schon lange Zeit gute Kontakte zur Evangelischen
Nachbargemeinde; ob auch hier eine Zusammenarbeit möglich
wird, wird noch überlegt.³ Ob es noch andere Aktivitäten geben
wird, wird sich erst zeigen. Die endgültige Entscheidung in
der Nordrandsiedlung wird in der nächsten PGR-Sitzung getroffen.
Stefan Kronthaler
Wiener Kirchenzeitung, 19. 1. 03 (Seite
18) Gottesdienste für "Fernstehende³ In drei außergewöhnlichen
Gottesdiensten in der Piaristenbasilika "Maria Treu³ wollen
sich Jugendliche aus ganz Wien auf die Suche nach Gott machen.
"Vor einigen Monaten entstand in einem Gespräch mit P. Georg
Sporschill SJ die Idee, mit einer Reihe von jugendgerechten
Gottesdiensten die Kluft zwischen Jugend und Kirche überwinden
zu helfen³, erzählt Florian Unterberger, Vorsitzender der
Katholischen Jugend der Erzdiözese Wien, über die "Geburtsstunde³
dieser Gottesdienste. In der Reihe "Find-Fight-Follow³ (26.
Jänner, 23. Februar und 23. März) wollen sich Jugendliche
auf die Suche nach Gott machen ("find³), ihre Konflikte mit
ihm artikulieren ("fight³) und sich die Frage nach dem Sinn
ihres eigenen Lebens stellen ("follow³). Zielgruppe dieser
Veranstaltungen sind "der Kirche fernstehende Jugendliche³,
so Unterberger: "Die jungen Menschen sollen sich mit ihren
Problemen, aber auch mit ihrer Lebensweise in der Kirche angenommen
fühlen. Diese Messen bilden damit einen jugendlichen Auftakt
zur Wiener Stadtmission.³ Veranstaltet werden diese Gottesdienste
von der Katholischen Jugend in Zusammenarbeit mit vielen Wiener
Pfarren. Über 50 ehrenamtliche Mitarbeiter sind seit Monaten
mit den Vorbereitungen beschäftigt, um diese Vision von junger
Kirche wahr werden zu lassen. Geleitet werden diese Jugendmessen
"von Persönlichkeiten, die die Sprache der Jugendlichen sprechen
und ihnen eine faszinierende Botschaft vermitteln können³,
betont Unterberger: Weihbischof Krätzl, "Jugend³-Bischof Iby
und P. Sporschill. Stefan Kronthaler
"Minis³ laden zur Anbetung" Nicht alle können alles
(mit-)machen. In Wien-Gumpendorf gestalten Ministrant(inn)en
eine Anbetungsstunde während der Wiener Stadtmission im Mai.
Die Entscheidung ist in der Pfarre Gumpendorf (Wien 6) bereits
im November 2002 gefallen. Der Pfarrgemeinderat mit Pfarrer
P. Othmar Alber sss hatte sich ausführlich mit dem Thema "Stadtmission³
beschäftigt, sich aber doch entschlossen, "nicht direkt mitmachen
zu wollen³, sagt Kaplan P. Klaus Costabiei sss. Der Grund:
"Verschiedene der vorgesehenen Aktivitäten im Rahmen der Stadmission
2003 werden in unserer Pfarre schon während des Arbeitsjahres
vorgenommen.³ Die Gruppe der jungen Ministrant(inn)en der
Pfarre hat sich später entschieden, im Rahmen der Stadtmission
2003 doch mitwirken zu wollen. Costabiei: "Als Ministrant(inn)en-
bzw. Jugendgruppe von Gumpendorf möchten wir etwas Typisches
für unsere Eucharistiner-Pfarre im Rahmen der Stadtmission
organisieren³: Nach einigen Diskussionen und ausführlichen
Gesprächen wird die Ministrant(inn)engruppe Gumpendorf "eine
feierliche Anbetungsstunde während der Stadtmission im Mai
in unserer Kirche anbieten und gestalten³.
Kron
Wiener Kirchenzeitung, 26. 1. 03
(Seite 18) Für den ersten Freitag des Monats empfiehlt Kardinal
Christoph Schönborn nach den Abendmessen eine "Zeit der Anbetung
für die Stadtmission³. Erfahrungen mit der Anbetung am Herz-Jesu-Freitag
in Baden-St. Stephan und Herzogbirbaum.
"Wenn der Wecker um
2 Uhr früh klingelt ...³
... dann ist es für mich manchmal wirklich eine Überwindung,
das warme Bett zu verlassen³: Der 24-jährige Simon Treder
aus Bremen weiß, wovon er spricht. Als Student der Evangelisationsakademie
in der Wiener Schenkenstraße trägt er neben der täglichen
Anbetungsstunde an jedem Herz-Jesu-Freitag eine Zeitlang die
Anbetungsnacht für die Mission mit. Treder: "Wenn ich dann
aber in der Kapelle knie, begegne ich Christus, der immer
für mich da ist. Ich bringe ihm dann Menschen dieser Stadt,
die jetzt arbeiten oder schwer im Krankenhaus leiden. Hier
bekomme ich die Gewissheit, dass Christus auch im Mitmenschen
da ist.³ In diesen "Radldienst³ der Anbetung in der Wiener
Schenkenstraße eingeklinkt hat sich auch die 26-jährige Bernadette
Luttenberger: "Die Anbetung hilft mir, mich besser auf das
Wesentliche jeder Situation zu besinnen. Den Menschen, der
mir gegenübersteht, in seinem Sein frei zu lassen und ihn
als Geschenk anzunehmen.³ Für die 20-jährige Slowakin Zuzana
Kosiková ist diese Anbetung am Herz-Jesu-Freitag "eine Stunde
der Liebe zwischen zwei ganz verliebten Personen. Die Liebe,
die ich bekomme, möchte ich weitergeben.³
"Stunde³ in Baden"
Während einer Stadtmissions-Woche 2002 in der Pfarre Baden-St.
Stephan, die von "Emmanuel³ mitgetragen worden war, haben
Wolfgang und Maria Zeugswetter einen "Abend der Barmherzigkeit³
miterlebt. Beide waren davon "so beeindruckt³, dass sie diese
Idee aufgegriffen haben und seither in der Pfarre freitags
eine gestaltete Anbetung halten. Wolfgang Zeugswetter: "Diese
,Stunde der BarmherzigkeitŒ, wie wir sie nennen mit Aussetzung
des Allerheiligsten, Gebet, Meditation, Lied und sakramentalem
Segen ist nun Fixbestand des geistlichen Lebens unserer
Pfarre.³ Maria Zeugswetter: "Wir bereiten kleine Bibeltextstellen
zur freien Entnahme vor und haben ein Körbchen für persönliche
Gebetsanliegen bereitgestellt, deren bei der nächsten Eucharistie
gedacht wird. Wir erleben diese Stunde, die nicht nur von
unserem Pfarrer getragen wird, als große Bereicherung unseres
Pfarrlebens.³
"Schlichte Ehrfurcht"³
Die Anbetungszeit in der Weinviertler Pfarre Herzogbirbaum
(Dekanat Stockerau) ist "von schlichter Ehrfurcht gekennzeichnet³,
erzählt Pfarrmoderator Stephan Turnovszky: "In der dämmrigen
Kirche halten wir am ersten Freitag im Monat nach der Abendmesse
noch eine halbstündige Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten
Sakrament. Mitunter sind auch die Ministranten dabei.³ Den
Betern in Herzogbirbaum "tut es gut zu wissen, dass wir ein
Teil einer größeren Gebetsgemeinschaft sind³, unterstreicht
Turnovszky: "So wächst durch die eucharistische Anbetung die
Aufmerksamkeit: die Aufmerksamkeit für Jesus, die Aufmerksamkeit
der Beter für Anliegen der Pfarre, der Diözese und der Welt,
und die ganze Gemeinde wird aufmerksam für diese unmittelbare
Form der Begegnung mit Jesus Christus.³ Otto Neubauer, Österreich-Leiter
der Gemeinschaft "Emmanuel³, berichtet von dem Wallfahrtsort
Paray-le-Monial (Frankreich), von wo die Herz-Jesu-Bewegung
ihren Ausgangspunkt nahm. Dort gibt es, getragen vom Wallfahrtsort
und den Pilgern, eine ständige Anbetung die Anbetungsnacht
am ersten Freitag des Monats ist bereits seit Juni dem Anliegen
der Stadtmission in Wien gewidmet. Neubauer: "Ein wunderbares
Zeichen der Gebetsverbundenheit über die Grenzen hinweg.³
Dem schließt sich auch die Bischofskirche an: Im Stephansdom
wird am 7. Februar nach der Messe zum Herz-Jesu-Freitag (Beginn
19 Uhr: mit Generalvikar Franz Schuster) bis 22 Uhr Anbetung
für die Stadtmission gehalten.
Stefan Kronthaler
Nach der Abendmesse, etwa am Herz-Jesu-Freitag: "Von verschiedenen
Seiten kam die Anregung, für die Stadtmission besondere Stunden
der eucharistischen Anbetung zu halten. Ich unterstütze diesen
Vorschlag mit Freude. Wie viele Erfahrungen zeigen, berührt
Christus die Herzen der Menschen oft gerade durch diese so
demütige, ,armeŒ Art seiner Gegenwart im Sakrament, in der
Brotsgestalt. Besonders geeignet sind Zeiten nach der Abendmesse,
etwa am Herz-Jesu-Freitag. Öffnen wir also gerade auch diese
Tür für Christus.³ Kardinal Christoph Schönborn Wiener
Kirchenzeitung, 2. 2. 03 (Seite 18)
Mehr als 1.000 Ordensmänner und -frauen begleiten die Wiener
Stadtmission mit ihrem Gebet. Generaloberin Sr. Petronilla
Herl ("Schulschwestern vom III. Orden des hl. Franziskus³
Apostelgasse, Wien 3) über diese neue alte Gebets-Patenschaft.
Allen Menschen der Stadt verbunden ... u Sr. Generaloberin,
warum machen die Schulschwestern vom III. Orden des hl. Franziskus
bei der "Gebets-Patenschaft³ mit? Sr. Petronilla: Als Ordensgemeinschaft
fühlen wir uns der Kirche von Wien und allen Menschen dieser
Stadt verbunden und für sie mitverantwortlich. Das Anliegen
der Stadtmission möchten wir durch unser Gebet und durch aktives
Mitarbeiten unterstützen.
Die 35 Schwestern des Mutterhauses haben sich gern bereit
erklärt, Vorbereitung und Durchführung der Stadtmission mit
dem Gebet zu begleiten. u Wann beten die Schwestern für die
Stadtmission? Gibt es bestimmte Zeiten und Formen? Was ist
eine "Gebetswache³?
Sr. Petronilla: Jede Schwester nimmt das Anliegen der Stadtmission
mit hinein in ihr persönliches Beten und Opfern. Gemeinsam
halten wir jeden 1. Freitag des Monats von 19 bis 20 Uhr eine
Anbetungsstunde vor dem ausgesetzten Allerheiligsten. Das
"Gebet für die Stadtmission³ beten wir bei dieser Gelegenheit,
aber auch bei der wöchentlichen Anbetungsstunde am Mittwoch
von 17.30 bis 18.30 Uhr. Wir möchten auch vor der Stadtmission
und eventuell während der Stadtmission eine "Gebetswache³
halten: Das bedeutet, 24 Stunden Anbetung vor dem ausgesetzten
Allerheiligsten.
u Welche Bedeutung, welchen Sinn hat das Gebet für andere?
Sr. Petronilla: Als Kirche sind wir miteinander in Christus
verbunden und füreinander verantwortlich. Im fürbittenden
Gebet drückt sich diese unsere Verantwortung aus. Dem missionarischen
Auftrag der Kirche fühlen wir uns als franziskanische Ordensgemeinschaft
verpflichtet. Daher ist es uns ein besonderes Anliegen, die
Stadtmission mit unserem Gebet zu unterstützen.
u Beten Sie bei dieser "Gebets-Patenschaft³ für eine bestimmte
Person, ein bestimmtes Anliegen?
Sr. Petronilla: Bei der Anbetungsstunde am 1. Freitag des
Monats beten wir in besonderer Weise für die Menschen im 3.
Bezirk. Wer von den Schwestern wollte, hat eine Pfarre, Organisation
oder Person die für das Gelingen der Stadtmission verantwortlich
ist gezogen, für die sie jetzt besonders betet. Die geplante
Schulmission bei den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen
ist uns außerdem ein großes Gebetsanliegen.
Interview: Stefan Kronthaler
"Jugendlicher Auftakt³ für die Stadtmission"
Die barocke Piaristen-Basilika Maria Treu in Wien-Josefstadt
wurde am 26. Jänner ein Ort der "Vision einer jungen Kirche³:
Die mit eindrucksvollen Licht- und Toninstallationen gestaltete
und von Weihbischof Helmut Krätzl gefeierte Messe wurde begeistert
aufgenommen: Er sei "fasziniert³ über die positive Resonanz
auf die Veranstaltung, resümierte Florian Unterberger von
der Katholischen Jugend der Erzdiözese Wien, die die Jugendmesse
gemeinsam mit etlichen Wiener Pfarren veranstaltete. Erfreut
zeigt sich Unterberger, dass auch viele junge Leute, "die
sonst nie eine Kirche betreten³, erreicht werden konnten;
ein Drittel der 1.300 Mitfeiernden sei dieser Gruppe zuzuordnen.
Krätzl: Anfangs Skepsis
Krätzl habe höchst ansprechend gepredigt und mit seiner Präsenz
signalisiert, dass der Kirchenleitung die Jugend wichtig ist.
Der Weihbischof hatte in seinem Schlusswort seine Skepsis
im Vorfeld einbekannt, ob eine Messfeier für das "Event³ die
angemessene Form des Gottesdienstes sei, jetzt müsse er alle
Bedenken zurücknehmen. Christian Wiesinger Jugendseelsorger
der Katholischen Jugend Österreichs sprach von einem überaus
geglückten Mix von Musik, Licht und Text. Es sei gelungen,
Gottesdienst in jugendgemäßer Form zu feiern, "ohne von der
theologischen Substanz einer Messe Abstriche zu machen³. Die
drei Jugendmessen in Maria Treu sind als "jugendlicher³ Auftakt
zur Wiener Stadtmission gedacht. kap
Wiener Kirchenzeitung, 9. 2. 03 (Seite 18)
Karl-Heinz Weinrad,
Stv. PGR-Vorsitzender in St. Johann Nepomuk, über zwei "Früchte³
der Pfarrmission 2001.
Für jeden etwas ...
Schon vor der Pfarrmission 2001 gab es in St. Johann Nepomuk
(Wien 2) ein wöchentliches Angebot für Menschen, die nach
der Arbeit an der Kirche (U-1-Station Nestroyplatz) vorbeikommen
und eine Zeit der Stille suchen: die "Oase Nepomuk³ eine
Viertelstunde mit Meditationstexten und Gebeten. "Nach der
Pfarrmission wurde dieses Angebot auf einen Nachmittag erweitert
einmal in der Woche gibt es die "Offene Kirche³, erzählt
Karl-Heinz Weinrad, der Stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates.
Kerzen und Meditationsmusik laden zum Bleiben ein, das Allerheiligste
wird ausgesetzt. "Es ist schwierig, den richtigen Tag und
Zeitpunkt für diese Gebetszeit (Freitag Nachmittag) zu finden³,
räumt Weinrad ein: "Vor allem in den kalten Monaten ist der
Besuch geringer, weil auch die Kirchentore aufgrund der Kälte
nicht offen gehalten werden können ...³ Für Winter und Frühling
gilt in St. Johann Nepomuk folgende Regelung: Bis Ostern gibt
es die "Offene Kirche³ mit Anbetung von 16.30 bis 18.30 Uhr
(in der Fastenzeit Kreuzweg um 18 Uhr), ab Ostern von 15 bis
19 Uhr (mit Anbetungszeit bis 18.30 Uhr), dann gibt es die
"Oase Nepomuk³ von 18.30 bis 19 Uhr.
Bußgottesdienst "neu³ Seit der Pfarrmission wird auch der
"Abend der Barmherzigkeit³ als "neue Form des Bußgottesdienstes³
in St. Johann Nepomuk fortgesetzt. Weinrad: "Ein solcher Abend
wird im Advent und in der Fastenzeit, heuer zusätzlich in
der Missionswoche vorbereitet, teilweise als pfarrübergreifender
Dekanatsgottesdienst, teilweise nur für St. Johann Nepomuk.³
Nach einem kurzen Wortgottesdienstteil mit Schriftlesung,
Auslegung der Schriftworte und gemeinsamem Gebet und Gesang
gibt es für die Gemeinde mehrere Möglichkeiten, persönlich
mit ihren Wünschen und Anliegen vor Gott zu treten. "Jeder
kann eine Kerze entzünden, jeder kann seinen Dank und seine
Bitten aufschreiben und zum Altar bringen und sich dafür Zuspruch
in einem Schriftwort holen³, zählt der Stv. PGR-Vorsitzende
auf: "Für jeden Einzelnen gibt es die Möglichkeit des persönlichen
Segens, des gemeinsamen Gebetes mit anderen Gemeindemitgliedern
und natürlich auch das Sakrament der Versöhnung ...³
Kreativ & begeistert Weit über 100 Vertreter und Vertreterinnen
der Pfarren kamen am 30. Jänner zu einem Austausch über die
Stadtmission in der Wiener Niederlassung der Gemeinschaft
"Emmanuel³ zusammen. Missionarische Kreativität vermittelten
die Statements der Frauen und Männer aus den Pfarren Neuottakring
(Wien 16), "Apostelpfarre³, "Allerheiligste Dreifaltigkeit³
(beide Dekanat Wien 10) und St. Karl (Wien 4). Was bei Pfarrmissionen
"aufbrechen³ kann, wussten Dompfarrer "Toni³ Faber und die
Abgesandten aus Baden-St. Stephan und St. Johann Nepomuk zu
berichten. Stefan Kronthaler Infos zur Stadtmission u Abend
der Barmherzigkeit: 14. Februar, 19 Uhr: "Abend der Barmherzigkeit³
im Stephansdom u Alles zur Stadtmission:
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