Sie sind in der 'icne' home page    
   
Return to 'ICNE' home page Unsere Mission Unsere Kongresse Die letzten News Unsere Termine Zur unseren Anmeldung Unsere Gebete Zur KA Wien Unser Gem. Emmanuel Zur ICNE Seite  
     
Neuigkeiten     Newsletter     Presseberichte     Presseaussendungen      Meinungen  





News !



 

FESTMAHL für "MEINEN NÄCHSTEN"

Nach dem Vorbild von Sant'Egidio in Rom fand erstmals in der Geschichte Wiens in einer Kirche ein Festmahl der Nächstenliebe statt.

Im Rahmen der Wiener Stadtmission und des Internationalen Kongresses für eine Neue Evangelisation kam eine bunte Gästeschar zu einem Festessen in der Minoritenkirche/Wien I zusammen

Mehr als 300 Menschen folgten am Montag Abend, den 26. Mai 2003 um 20 Uhr der Einladung von Kardinal Schönborn, der Bewegung Mitmensch und der Gemeinschaft Emmanuel zu einem Festmahl für "meinen Nächsten". Sie nahmen ohne jegliche mediale Beteiligung an der festlich gedeckten Tafel in der Wiener Minoritenkirche Platz und ließen sich von der Gastgewerbefachschule Wien mit einer mehrgängigen Speisenfolge kulinarisch verwöhnen.

Serviert wurde das Essen unter anderem von prominenten Tischdienern und Tischdienerinnen: Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP), Eva Glawischnig (Vizechefin der Grünen), Bundesgeschäftsführerin Doris Bures (SPÖ), Bundesgeschäftsführer Franz Floss (Grüne), Fernsehkoch Franz Zodl, Kongress-Koordinator Otto Neubauer (Gemeinschaft Emmanuel) und natürlich auch vom Gastgeber, dem Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn persönlich.

In seiner kurzen Begrüßung freute sich der Kardinal, dass die Kirche so gut gefüllt war und er versicherte: "Wir tuns mit Freude und aus ganzem Herzen". Auch Maria Loley, Gründerin der Bewegung Mitmensch, war sichtlich gerührt. Sie empfand es als "herrliches Gefühl, von so vielen lieben Menschen umgeben zu sein." Und, wesentlicher Nachsatz, sie glaube an eine Fortsetzung.

Die Gästeschar hätte wohl nicht bunter sein können: Die Menschen kamen aus Österreich und zahlreichen Nationen, wie etwa Rumänien, Russland, Persien, Portugal, Frankreich etc., jung und alt, Obdachlose und Einsame. "Es war eine herzliche Gemeinschaft", zeigte sich Loley begeistert, die Menschen haben sich sehr wohl gefühlt. Aber das Festmahl für "meinen Nächsten" war mehr als "nur" ein gewöhnliches Essen. "Es fand eine innere Begegnung statt, die unter anderem in diesem Gastmahl ihren Ausdruck fand", so Loley und für Kardinal Schönborn war es ein "Gastmahl der Liebe". Auch der Koordinator des Festmahls, Otto Knoll, war erfreut, hatte er doch mit maximal 200 Gästen gerechnet - gekommen waren schließlich mehr als 300 und doch wurden alle satt.

Die Wahl für den Ort des Festmahles fiel nicht zufällig auf die Minoritenkirche. Das im Regierungsviertel gelegene Gotteshaus war nämlich ursprünglich die Kirche für die Ärmsten in der Stadt Wien. Noch zu Lebzeiten des Heiligen Franz von Assisi kamen die ersten Minderbrüder nach Wien, wo die Armen wurden nach dem Vorbild Franziskus betreut. So öffneten die Franziskaner Minoriten für diesen Abend gerne die Türen für dieses besondere Festmahl. Passend war auch das Gemälde, unter dem das Essen statt fand - eine Wiedergabe des "Letzten Abendmahls" von Leonardo da Vinci.

"Gottes Liebe ist viel heller als die Sonne scheint", so sangen iranische Kinder, die in Österreich eine neue Heimat gefunden haben. Weiters wurde der Abend durch eine Gruppe der Gemeinschaft Emmanuel, Obdachlose und einen Chor junger iranischer Christinnen musikalisch umrahmt.

Ermöglicht wurde das Festmahl durch den Einsatz der vielen freiwilligen Helfern und die zahlreichen Sponsoren, die vom Blumenschmuck bis zum Eis alles kostenlos zur Verfügung stellten.

Mit diesem Festmahl wollten die Organisatoren ein Zeichen für "den Nächsten" im Sinne des Heiligen Franz von Assisi setzen. Die Idee soll weiterleben und weitergelebt werden, so wird es am Montag, den 23. Juni 2003 um 20 Uhr in der Minoritenkirche ein Gebet für "meinen Nächsten" geben.

…………………………………………………………………………………….......

Herzlichen Dank gebührt allen Sponsoren, ohne deren Unterstützung dieser schöne Abend der Nächstenliebe nicht realisierbar gewesen wäre (Oder wie zaubert man sonst 22.000 Euro, die für die Durchführung notwendig waren, aus dem Hut?):

  1. Tische und Sitzbänke:
    Harmer Getränke Ost A-1210 Wien, Leopoldauer Straße 143 Herr Geschäftsführer Heinzl

  2. Tischdecken und Schürzen für Tischdiener:
    Rosa Toifl & CO GmbH A-1160 Wien, Ludo Hartmann-Platz 3 Frau Geschäftsführerin Toifl
    Homepage: members.aon.at/waescherei

  3. Festkerzen:
    Metzger Ernst Kerzen- u Lechkuchenerzeugung GesmbH A-2380 Perchtoldsdorf, Marktplatz 7
    Herr Geschäftsführer Metzger Homepage: www.lebkuchen.cc

  4. Blumenschmuck:
    Innung der Floristen/Wirtschaftskammer Wien A-1030 Wien, Rudolf-Sallinger-Platz 1
    Herr Geschäftsführer Daum Homepage: www.gaertner-floristen.co.at

  5. Trinkgläser:
    Hotel Intercontinental A-1030 Wien, Johannesgasse 28 Frau Direktor Eckhardt
    Homepage: www.vienna.interconti.com

  6. Alkoholfreie Getränke:
    Harmer Getränke Ost A-1210 Wien, Leopoldauer Straße 143 Herr Geschäftsführer Heinzl

  7. Mineralwasser und alkoholfreie Getränke:
    Römerquelle, A-1210 Wien, Holzmanngasse 3 Herr Geschäftsführer Wandl
    Homepage: www.roemerquelle.com

  8. Vor- und Hauptspeise, Durchführung Service beim Festmahl:
    Gastgewerbefachschule Wien und Verband der Köche Österreichs A-1010 Wien, Judenplatz 3-4
    Herr Direktor Hofrat Prof. Zodl Herr Fachvorstand Sedlacek
    Homepage: www.gafa.ac.at
    Vermittelnde Unterstützung: Pfarrer KR Josef Franzl Wien III, Krummgasse

    Unterstützung durch:
    * Fleisch: Fleischhauerei Neudorfer, Wien III, Markthalle
    * Geflügel: Ramseidl "Zum Gockelhahn", Wien IV, Naschmarkt
    * Gemüse: Bonduelle Foodservice, Zweigniederlassung Österreich, Salzburg-Stadt
    * Schinken und Gebäck: Julius Meinl am Graben, Wien I, Graben
    * Brot: Bäckerei Grimm, Wien I, Kurrentgasse

  9. Dessert: Innung der Konditoren/Wirtschaftskammer Wien A-1080 Wien, Florianigasse 13
    Herr Geschäftsführer Größinger Homepage: www.wienerkonditoren.at

  10. Kaffee: Innung der Wiener Kaffeesieder/Wirtschaftskammer Wien, A-1010 Wien, Stubenring 8-10
    Herr Obmann KR Platzer Herr Geschäftsführer Kamarad, Homepage: www.movingcafe.at
    Unterstützung durch:
    * Kaffee Julius Meinl, Wien XVI., Julius Meinl-Gasse

  11. Speiseeis: Italienische Eissalons in Wien
    Unterstützung durch:
    * Gelateria Hoher Markt, Wien I, Hoher Markt
    * Gelateria Zanoni, Wien I, Lugeck
    * Eissalon am Schwedenplatz, Wien I, Franz Josefs-Kai
    * Eissalon Perizzolo, Wien I, Tuchlauben
    * Eissalon Perugini, Wien XX, Wallensteinstraße
    * Eissalon Perugini, Wien XXI, Brünnerstraße
    Vermittelnde Unterstützung: Patres Minoriten Wien I, Minoritenkirche

Elisabeth Zeller (Redaktion Stadtmission Wien)


  Schüssel würdigt Papst und denkt über Kinderwahlrecht nach

Bundeskanzler beim Internationalen Evangelisationskongress im Wiener Stephansdom: "Ohne Johannes Paul II. gäbe es noch den Eisernen Vorhang"

Wien, 27.5.03
Die Bedeutung Papst Johannes Pauls II. für ein neues geeintes Europa würdigte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am Dienstag beim Internationalen Evangelisationskongress in Wien. Ohne Papst Johannes Paul II. gebe es noch den Eisernen Vorhang statt dem Beitritt zahlreicher ehemals kommunistischer Länder zur EU im nächsten Jahr, so der Kanzler. Schüssel betonte zugleich, auch der Balkan müsse in die europäische Perspektive miteinbezogen werden: "Darüber hinaus braucht es aber auch das Engagement für den Mittelmeerraum und überhaupt für Afrika, für das sich außer Europa niemand zuständig fühlt".

Die Christen hätten nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, sich am politischen Leben zu beteiligen, so der Bundeskanzler: "Europa braucht Christen, die politisch tätig sind". Die Christen hätten den Blick auf eine über das Irdische hinausweisende Dimensionen, "und diesen Blick braucht unsere Gesellschaft mehr denn je". Konkret nannte Schüssel die Bedrohungen durch Abtreibung, Biotechnik und Sterbehilfe, wo ein Hinschauen und Einmischen der Christen notwendig sei. Das Christentum habe Europa in seinen Grundwerten und in seiner politischen Orientierung nachhaltig geprägt, und andererseits sei das Christsein selbst das eigentliche Fundament der Lebenswerte.

Schüssel erinnerte an das Urchristentum, "das eine unglaublich solidarische Gemeinschaft, ein soziales, kulturelles und geistiges Netzwerk über den ganzen Mittelmeerraum hinweg war". Heute wisse man hingegen in diesem Raum sehr wenig voneinander. Er wünsche sich, so Schüssel, dass die Seele Europas noch viel stärker von diesem Geist des Mittelmeers durchdrungen werde. Es brauche den Blick auf die ganze Welt, eine Blick, den heute nur mehr der Vatikan besitze. Schüssel: "Die globale Weltkirche muss noch viel stärker als bisher ins Bewusstsein rücken und muss auch in der Kirche von Wien noch viel stärker gelebt werden".

Als entscheidende Frage gerade für Christen nannte der Bundeskanzler die Frage der Gerechtigkeit und der gerechten nachhaltigen Wohlstandsverteilung. Alles, was man heute an "wohlerworbenen Rechten" schützen zu müssen glaube, würden spätere Generationen bezahlen, so Schüssel: "Die Älteren sind heute viel besser organisiert, sie haben eine Stimme. Die Jungen hingegen haben das nicht. Die Kinder haben nicht einmal über ihre Eltern ein Stimmrecht". Hier sollte man nachdenken, ob es nicht Ideen gäbe, dies zu ändern.

Katholischer Pressedienst


 Kirche im Dialog mit zeitgenössischer Kunst

Stephansdom, Dommuseum und fünf Wiener Kirchen stehen im Zeichen der Auseinandersetzung von Kirche mit moderner Kunst

Wien, 27.5.03
(PEW) Weithin sichtbar zeugen sie von der Auseinandersetzung der Kirche mit der zeitgenössischen Kunst: Zwei große quadratische Banner auf dem Südturm des Stephansdoms erregen seit Beginn der Stadtmission Aufmerksamkeit unter Besuchern und Bewohnern der Wiener Innenstadt. Zusammen mit einem dritten Banner - es hängt an der Stadtmissonsbühne auf dem Stephansplatz - markieren die roten Quadrate mit weißer Schrift die wesentlichen Schritte einer christlichen Mission. Vom Fragenstellen und Aufmerksamkeit erregen ("?") über Information und gemeinsame Suchen nach Antworten ("i") zur Botschaft und Glaubensweitergabe ("!"). Die Arbeit des Künstlers Stefan Glettler ist Teil des Kulturprogramms der Wiener Stadtmission, das in mehreren Projekten den Dialog zwischen Kirche und moderner Kunst sucht.

"Erfrischend provozierend"

"Erfrischend provozierend", so bezeichnet der Grazer Pfarrer Hermann Glettler eine Gegenüberstellung von Werken Albrecht Dürers mit zwölf Arbeiten zeitgenössischer Künstler - unter ihnen die Otto-Mauer-Preisträger Michael Kienzer und Gustav Troger - im Wiener Dommuseum. Die Kirche soll den "Dialog mit den zeitgenössischen Künstlern suchen und nicht ins Ghetto der klassischen sakralen Kunst verfallen", erklärt Kunstsammler Glettler das Ziel der Aktion, die er gemeinsam mit dem Direktor des Dommuseums, Gerhard Ederndorfer, initiiert hat. Im Rahmen eines Diskussionsabends im Dommuseum (28. Mai, 20 Uhr) werden die beiden Ausstellungskuratoren mit Künstlern, Theologen und Publikum nach Parallelen zwischen sakraler und moderner Kunst suchen.

Junge Kunst in alten Kirchen

Studentinnen und Studenten der Kunstakademien wurden im Vorfeld der Stadtmission eingeladen, in Wiener Kirchen bildnerische Interventionen zu gestalten. Unter dem Motto "Junge Kunst in alten Kirchen" sind die Werke - die Palette reicht von Malerei und Fotoarbeiten über Objektkunst bis hin zu Rauminstallationen und Videokunst - während der Stadtmission in der Michaelerkirche, der Kirche Maria am Gestade, der Mariahilfer Kirche und der Votivkirche zu sehen. Am 28. Mai präsentieren die jungen Künstler um 20 Uhr in den jeweiligen Kirchen ihre Werke.

Junge Kunst in einer jungen Kirche zeigt hingegen eine Ausstellung in der Kirche "Christus, Hoffnung der Welt" auf der Donauplatte. Die Künstler ILA (Österreich), Veronica Degenfeld (Deutschland) und Cheikh Niass (Senegal) präsentieren dort zeitgenössische Kunst im Spannungsfeld von europäischer und afrikanischer Tradition, medialer Alltagsbilder und spiritueller Herkunft (bis 31. Mai, täglich von 14 bis 18 Uhr).

Katholischer Pressedienst



Aufstand gegen postmoderne Sinnleere hat begonnen

Dresdner Religionsphilosophin Gerl-Falkovitz beim Internationalen Evangelisationskongress: Verblassen des Lebens nach dem Tod führte auch zu Verblassen des Lebens vor dem Tod - Christen sollten nicht im "Innenbereich des Religiösen" bleiben, sondern die Anwesenheit Gottes dort bezeugen, wo von seiner Abwesenheit ausgegangen wird

Wien, 27.5.03
Noch dominiert das postmoderne Denken mit seiner Skepsis gegenüber dem verbindlichen Welt- und Menschenbild der christlichen Tradition, aber der Umschwung unter den Intellektuellen hat bereits eingesetzt. Wie sich der "Aufstand gegen eine sinnleere Welt" darstellt, erläuterte die Religionsphilosophin Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz am Dienstag bei Internationalen Evangelisationskongress anhand der drei europäischen Denker Jürgen Habermas, Jacques Derrida und Botho Strauß. Das Christentum könne der Gesellschaft eine Antwort darauf geben, was der Münchner Kabarettist Karl Valentin einmal in einem Sketch als Frage an einen Fremden so formulierte: "Können Sie mir sagen, wo ich eigentlich hin will?"

Der Frankfurter Philosoph Habermas habe nach den Terrorakten vom 11. September 2001 einbekannt, dass den damit einher gehenden Fragen etwa nach dem Leid der Opfer und der Schuld der Täter mit postmodernen Kategorien nicht beizukommen ist, erinnerte Gerl-Falkovitz. Nach Habermas sei deutlich geworden, dass die postmodernen Konzepte dem Sinnbedürfnis des Menschen nicht gerecht werden". Die verlorene Hoffnung auf Auferstehung kann durch Philosophie nicht ersetzt werden", so Habermas damals. Diese Hoffnung berge im europäischen kulturellen Kontext letztlich nur die christlich-jüdische Tradition, unterstrich die in Dresden lehrende Religionsphilosophin.

Der französische Philosoph Derrida habe in einem Interview nach den New Yorker Anschlägen auf das tiefe Bedürfnis hingewiesen, das "Unverzeihbare zu verzeihen", das, was in religiöser Sprache Todsünde heißt. Gerl-Falkovitz dazu: "Im Absoluten gibt es auch Absolution". Der deutsche Dichter Botho Strauß schließlich habe formuliert, er sei deshalb Dichter, "weil es Eucharistie gibt" - der letzte Bereich, in dem jenseits des postmodernen "Wortmülls" das Wort noch meint, was es sagt.

Gerl-Falkovitz nannte diese Anzeichen einer neuen Hinwendung zur Religion ein "geheimes Erdbeben in einer entchristlichten Welt". Gerade in Mitteleuropa - in den "neuen Bundesländern" Deutschlands oder in Tschechien - herrsche trotz eintausendjähriger christlicher Prägung heute ein religionsresistentes Klima, in der das Wissen über diese Tradition verdunstet sei: Eine sonst hervorragende Studentin habe bei einer Prüfung vermutet, Jesus sei gesteinigt worden; ein anderer Student habe nach den "Prozessakten" Jesu gefragt - und von Gerl-Falkovitz "gleich vier erhalten", wie sie erzählte. Christen müssten dieser Ignoranz Widerstand entgegensetzen, denn Glaube setze Wissen voraus.

Die Gegenwart - eine "Post-Welt"

Gerl-Falkovitz beschrieb die Gegenwart als "Post-Welt": Was vor zwei, drei Generationen noch als unverrückbar und stabil war, gelte heute als überholt. "Wir vergessen rasch und gründlich kulturelle Herkünfte", so die Philosophin. Geschichte - das sind die letzten fünf Jahre, heiße es in den USA; insofern sei man heute "posthistorisch". Ebenso "posthuman", wenn man etwa an die Manipulation des menschlichen Genoms denke. Paradoxerweise auch "postsexuell", weil Geschlechter als soziale Zuschreibung gelten. "Postkörperlich" nannte Gerl-Falkovitz die Entwicklung, dass man heute nicht nur seines Glückes Schmied sein müsse, sondern auch "seines Körpers Schneider". Der früher "störanfällige" Mensch werde immer mehr zu einem "Homo factus", bei dem z.B. Chips das Gedächtnis ersetzen sollen. Und durch die Banalisierung des Sexuellen sieht Gerl-Falkovitz auch den Eros vergiftet. Das Verblassen des Lebens nach dem Tod als kulturprägende Idee habe auch zum Verblassen des Lebens vor dem Tod geführt, diagnostizierte die Religionsphilosophin.

Auch in religiöser Hinsicht herrsche Leere vor: Man sei zwar "postatheistisch", aber auch nicht mehr theistisch. Es entstehe der Eindruck einer "Gott-Finsternis", der christliche Glaube habe sich dem postmodernen Denken zufolge auf die Rolle eines Sinndeutungsangebotes neben vielen anderen zu beschränken. Monotheismus sei verdächtig, weil das Sprechen vom "Einen und Einigenden" als latent gewaltbereit gilt. Gerl-Falkovitz merkte an, dass es gegenüber Judentum und Islam unter Intellektuellen noch so etwas wie "political correctness" gibt, für das Christentum gelte das aber nicht.

Dennoch: Angesichts der von Habermas festgestellten "knapp werdenden Ressource Sinn" zeigt sich nach den Worten von Gerl-Falkovitz auch eine neue Sehnsucht nach Orientierung, die es kirchlicherseits zu nützen gilt. Christen sollten nicht im "Innenbereich des Religiösen" bleiben, sondern die Anwesenheit Gottes dort bezeugen, wo von seiner Abwesenheit ausgegangen wird. Resonanz werde sich vielleicht nicht schnell einstellen, warnte Gerl-Falkovitz. Aber Christen seien "frustrationsfähiger" als andere, "weil sie sich nicht im Endlichen erschöpfen".

Katholischer Pressedienst


NEWS vom 26. Mai 2003

NEWS vom 25. Mai 2003

NEWS vom 24. Mai 2003

 

Kontakt      Pfarrkontakte      Standorte      Plan   
This links to the VIVO site